Category: HistGeo Lecture

4th HistGeo Lecture:

THANADOS –
The Anthropological and Archaeological Database of Sepultures –
Ein OpenData Repositorium der mittelalterlichen Gräberfelder und Friedhöfe Österreichs

Dr. Stefan Eichert (Naturhistorisches Museum, Wien), Nina Brundke BSc MA (Österreichisches Archäologisches Institut / ÖAW), Alexander Watzinger (ACDH / ÖAW)

Auf dem Gebiet des heutigen Österreichs kennt man mehrere hundert Gräberfelder und Friedhöfe aus dem Frühmittelalter (ca. 600 bis 1100 n. Chr.), die archäologisch bzw. anthropologisch erforscht und veröffentlicht sind. Das am Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der ÖAW angesiedelte THANADOS-Projekt hat zum Ziel ein Online Repositorium dieser frühmittelalterlichen Grabfunde zu schaffen. Sie werden dafür mit dem Open Source Datenbanksystem OpenAtlas, das die Informationen nach dem international etablierten Standard des CIDOC CRM modelliert, aufgenommen. Beginnend mit dem Fundort über die dort vorhandenen Gräber mit den erhaltenen menschlichen Überresten sowie den Kleinfunden bzw. Grabbeigaben werden alle Daten detailliert und standardisiert erfasst. Neben Textzusammenfassungen und kategorialen Informationen werden auch Bilddaten und Befunde georeferenziert als GIS-Geometrien aufgenommen. Die Daten werden in Folge als OpenData der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, und es wird eine Webanwendung für die interaktive Dissemination der Daten entwickelt. Im Vortrag wird dieses Projekt vom Team vorgestellt, beginnend mit dem Quellenstand, der Datenmodellierung über die Datenaufnahme bis hin zur Publikation der Daten als OpenData und einer Vorführung der interaktiven Webanwendung.
Im Anschluss wird zu einem Glas Wein gebeten. Veranstaltungsinfos: Mittwoch, 4. Dezember 2019 Beginn: 18.00 Uhr Redemptoristenkolleg Maria am Gestade Klemenssaal Salvatorgasse 12, 1010 Wien

3rd HistGeo Lecture:
Byzanz verstehen - und der Fall des (mittelalterlichen) Serbiens​

Wie der 23. Internationale Kongress für Byzantinistik in Belgrad 2016 gezeigt hat, besteht das Interesse an Byzanz nicht nur weiterhin in unserer Zeit, sondern wächst sogar beständig, besonders wenn man Byzanz als Phänomen ständiger historischer Veränderungen wahrnimmt. In diese Veränderungen waren im besonderen Maße auch die Länder des byzantinischen Kulturkreises einbezogen (des sog. “Byzantine Commonwealth”). Dieser umfasste den Kaukasus, Russland, einen großen Teil der Apenninenhalbinsel, Sizilien, die Balkanhalbinsel, die auch das mittelalterliche Serbien einbezieht.

Im Falle Serbiens darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die ersten serbischen Herrschaftsbereiche im Hinterland der östlichen Adriaküste entstanden sind und aufgrund ihrer Lage politisch mit Konstantinopel, kirchlich aber mit Rom in Verbindung standen. Deshalb kann im Laufe der ersten Jahrhunderte ihrer Existenz nicht von einer festen Bindung an Byzanz gesprochen werden. Bis zum Griff Stefan Dušans nach der Kaiserkrone entwickelten sich Herrschaft, Staat und Militär im Rahmen serbischer Traditionen. Auf der anderen Seite genoss der lateinische Westen – im Besonderen auf der Basis des Handels – eine starke Präsenz im mittelalterlichen Serbien. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass die Wahrnehmung von Byzanz seit dem Mittelalter in einen “westlichen” und “östlichen” Diskurs zu unterscheiden ist.

Ziel des Vortrages ist es, im Spiegel der Entwicklung der Byzantinistik die Wechselbeziehungen zwischen Konstantinopel, Serbien und Rom in ihren Grundzügen durch die Jahrhunderte zu betrachten.

Im Anschluss wird zu einem Glas Wein gebeten.

Veranstaltungsinfos:
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Beginn: 18.00 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Seminarräume 1. Stock
Hollandstraße 11–13, 1020 Wien

Premiere in Vienna: the First HistGeo Lecture

The first HistGeo Lecture took place on 27 March 2019 in the Redemptoristenkolleg Maria am Gestade in Vienna. It was entitled “Orthodoxes Wien: Ein digitales Geoportal der Geschichte der Wiener SerbInnen (1741–1918)”. Doz. Mag. Dr. Mihailo Popović (Austrian Academy of Sciences), Zlatan Stojadinović, BA (University of Vienna) and Dr. Rainer Simon (Austrian Institute of Technology) presented the state of research within the project “A Digital Geoportal of the History of the Serbs in Vienna (1741-1918)” to a numerous audience. This project is funded by the Magistratsabteilung (MA) 7 – Kultur, Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien für 2017 until the end of June 2019. This research project focuses on one of the aspects of the history and presence of Orthodox Christians, and in particular of the Orthodox Serbs, in Vienna. Quite often the opinion emerges in the contemporary public discourse that the Orthodox Christians have come to Austria for the first time in the wake of the so-called “Gastarbeiterbewegung” of the 1960s and 1970s. However, their history and presence in Austria dates well back to the 17th century.

 

At the beginning of the HistGeo-Lecture Mihailo Popović introduced the audience to the project’s starting point and research questions as well as to its aims. After that Zlatan Stojadinović presented evidence on several Viennese Serbs and their families from the 18th and 19th centuries, followed by Rainer Simon who showed the Geoportal and its functionalities. Following the presentation of the tripartite paper, the audience had the opportunity to ask questions and to make remarks. If you are interested in detail on this project, please cf. https://orthodoxes-wien.oeaw.ac.at/index.php?site=home

The HistGeo Lecture Series was founded by Mihailo Popović together with Veronika Polloczek, Bernhard Koschicek and Vratislav Zervan in January 2019 in order to communicate scholarly results of the Long Term Project “Tabula Imperii Byzantini (TIB)” of the Austrian Academy of Sciences and related projects [e.g. the “Digital Tabula Imperii Byzantini (Dig-TIB)”] to national and international scholars, students as well as the interested public in Vienna and Austria.

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